Heute fanden in über 70 Städten Deutschlands die Demonstrationen zum Bildungsstreik statt, an denen insgesamt rund 265.000 Personen, vornehmlich SchülerInnen, Auszubildene und Studierende, aber auch Lehrkräfte und Eltern, die sich für eine bessere Bildung ihrer Schützlinge einsetzen wollten, teilnahmen.
Auch in Bielefeld fand eine dieser Demonstrationen, organisiert und durchgeführt von einem breiten Bündnis, das neben der Linksjugend-Bielefeld auch andere Parteijugenden, ASten und SVen, statt, wobei es vier Routen gab, die in Form eines Sternmarsches zum Jahnplatz und dann zu einer zentralen Kundgebung auf dem Rathausvorplatz führten. Von den Behörden wurden mehr als 2500 TeilnehmerInnen erwartet, tatsächlich waren wohl etwa 4500 Personen auf der Demo dabei.
Die Linksjugend-Bielefeld nahm dabei an der Demo-Route teil, die vom Helmholtz-Gymnasium aus zum Jahnplatz führte und wir waren schon von Anfang an überrascht über die hohe Teilnehmerzahl. Der Zug war bunt gestreut und bestand fast ausschließlich aus SchülerInnen des Helmholtz- und Ceci-Gymnasiums. Auf Grund der kurzen Strecke war unser Zug auch der erste, der am Jahnplatz ankam, wo er sich dann ziemlich schnell mit einem weiteren Demozug traf und Richtung Rathausvorplatz bewegte. Dort fand dann die Kundgebung statt, die Redebeiträge von OrganisatorInnen des Bildungsstreiks und anderen Personen mit starkem Bezug zum derzeitigen Bildungssystem.
Etwas abseits der Kundgebung wurden währenddessen die Stadtbahnhaltestelle Rathaus und der Jahnplatz besetzt, wobei die Stadtbahnhaltestelle recht schnell von etwa zwei Dutzend Hundertschaftlern unter Knüppel- und Pfeffersprayeinsatz geräumt wurde. Es wird behauptet, dass bei der Räumung einer 12-jährigen Schülerin der Arm gebrochen wurde.
Die Blockade des Jahnplatzes konnte dagegen bis ca. 16:00 gehalten werden, bis die Polizei mit 30 Mannschaftswagen anrückte, den Jahnplatz einkesselte und in kurzen Abständen die Aufforderung zur Räumung aussprach. Bis zu dem Zeitpunkt hatte sich die Blockade leider so weit aufgelöst, dass ein weiteres Verweilen dort wenig Sinn ergab und somit ein großer Teil der verbliebenden DemonstrantInnen der Aufforderung nachkam. Die übrig gebliebenen BlockiererInnen wurden dann richtung Bahnhofstraße gedrängt, wobei es noch mindestens eine Festnahme gab.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Demonstration ein voller Erfolg war. Es war uns zum Einen möglich, eine wirklich breite Masse vor allem unter den SchülerInnen, zu mobilisieren, zum Anderen konnte den Forderungen des Streikenden sowie unserem Unmut über die derzeitigen Zustände im Bildungssystem durch die lange Blockade des Jahnplatzes zusätzlicher Nachdruck verpasst werden. Auch ist es bemerkenswert, wie lange die Polizei gebraucht hat um das Personal aufzubringen, um gegen die Blockade vorzugehen, was zeigt, dass die Behörden und Machthaber die derzeitigen Zustände in unserer Gesellschaft komplett verkennen oder ignorieren. Es ist nur zu hoffen, dass die Demonstration vor allem den jüngeren SchülerInnen die Möglichkeit bot, sich gedanklich mit ihrer eigenen Situation auseinander zu setzen und auch den herrschenden PolitikerInnen gezeigt hat, dass es fünf vor Zwölf ist!