Wäre die Bildung eine Bank hättet ihr sie längst gerettet!!!
Trotz des erfolgreichen Bildungsstreiks 2009 hat sich an den Ungerechtigkeiten und Mängeln im Bildungssystem immer noch nicht viel geändert. Deshalb sind am 9.6.2010 erneut Schüler_innen, Studierende, etc. in Bielefeld für bessere Bildung auf die Straße gegangen. Die 2500 Demonstrierenden liefen in einem Sternmarsch vom Johnannesstift, Ceciliengynasium, von der Uni und von Bethel aus zum Jahplatz, wo eine Abschlusskundgebung stattfand.
Die Demonstrant_innen waren eine bunte Masse aus vielen Schüler_innen und einigen Studierenden, darunter auch Mitglieder politischer Jugendorganisationen, z.B. der Grünen Jugend, der SDAJ und -selbstverständlich- der Linksjugend. Auf Stickern, Transparenten, Flyern, T-Shirts und in Zeitungen wurden die Bildungsstreikforderungen deutlich gemacht. Vor allem waren den Lernenden die Abschaffung der Studiengebühren, des Bachelor-Master Systems und der Kopfnoten, sowie die Rücknahme des unzumutbaren Turbo-Abiturs wichtig. Stattdessen wurden kostenlose Bildung „von der Kita bis ans Lebensende“, die Gemeinschaftsschule, kleine Klassen sowie genügend Studien- und Ausbildungsplätze gefordert, um gute, für jede_n zugängliche Bildung zu ermöglichen.
Die Linksjugend hat die Demoroute vom Ceciliengynasium bis zum Jahnplatz mit einem großen Transparent „Wäre die Bildung eine Bank hättet ihr sie längst gerettet“ und lauten Demoparolen unterstützt. In verteilten Zeitungen wurde darauf hingewiesen, dass Verschlechterungen im Bildungssystem und schlechte Chancen von Migrant_innen und Geringverdienenden kein Zufall sind, sondern in die liberale Logik der Herrschenden passen.
Bildung im Neoliberalismus ist kein Selbstzweck, sondern dient auch dazu aus den Schüler_innen, Auszubildenden und Studierenden brauchbaren Arbeitskräfte zu machen. Dabei bleiben individuelle Förderung, Vielfalt und solidarisches Miteinander leicht auf der Strecke, wie Tag für Tag deutlich wird.
Selbst wenn jetzt, nach den Wahlen, in NRW die Studiengebühren abgeschafft werden und die Gemeinschaftsschule eingeführt wird kann dies nur der Anfang auf dem Weg zu einem besseren und gerechten Bildungssystem sein, was nicht mehr der neoliberalen Logik unterworfen ist.
Bis dieses Bildungśsystem erreicht ist, werden unzufriedene, überforderte und kritische Lernende auf die Straße gehen – unter anderem die Linksjugend Bielefeld.