Bundeswehr RAUS aus BIELEFELDER SCHULEN!

In Bielefeld marschierten in den letzten Monaten die Jugendoffiziere in den Schulen auf. Unbemerkt von der Öffentlichkeit führten sie ungestört ihre Veranstaltungen in der Abend- und Bosserealschule durch. Im Oktober planen sie voraussichtlich sogar an das Carl-Severing- Berufskolleg und das Brackwedergymnasium zu gehen. Erschreckende Aussichten für Bielefeld.

Mit der Abschaffung der Wehrpflicht hat der Druck auf die Bundeswehr zugenommen. Bisher haben sich gerade mal 3400 Jugendliche für den Freiwilligendienst gemeldet. Die Bundeswehr braucht und plant aber mit 15 000 (!) [NW 04. Juli 2011]. Deshalb gehen sie dort hin wo die potenziellen Rekruten sind: an die Schulen.

Sie werben mit Ausbildungsangeboten und „Karriere mit Zukunft“. Wie die Zukunft aussieht, haben zwei unserer Bielefelder Jugendlichen am eigenen Leib erfahren müssen. Sie wurden im Krieg in Afghanistan getötet und genieße ihre Karriere nun einige Meter unter der Erde.

Diese beiden Jungen – gerade mal 23 Jahre alt – sollten eigentlich bestes Beispiel dafür sein, dass das Werben der Bundeswehr ein Werben fürs Sterben ist.
Nicht mal vor Minderjährigen macht die Bundeswehr halt. „Früh übt sich“, ist die Devise. Während sich alle Parteien über den Einsatz von Kindersoldaten im Ausland beschweren, verschließen sie die Augen vor den eigenen Kindersoldaten. Die Bundeswehr bildet in Afghanistan schon 16-Jährige an der Waffe aus! In Deutschland darf man sich schon mit 17 Jahren verpflichten.

Die Verfassung unseres Landes verpflichtet den Staat dazu, die Jugend im Sinne von Toleranz und Friedensgesinnung zu erziehen. Die Anwendung militärischer Gewalt widerspricht diesem Gebot!

Selbstverständlich behaupten die Herrschenden, dass die Bundeswehr Bürger in Uniform sind, dass die Bundeswehr eine Friedensarmee ist. Spätestens mit der Abschaffung der Wehrpflicht ist die Bundeswehr zu einer Berufsarmee geworden, in denen eben nicht alle Bürger zu diesem Dienst verpflichtet werden, sondern nur bestimmte Gruppen und soziale Schichten.
Selbst der ehm. Bundespräsident Köhler hat keinen Hehl über die Ziele der Bundeswehr gemacht. Sie ist dazu da die wirtschaftlichen Interessen der Nation im Ausland abzusichern. (Er musste für diese Wahrheit seinen Hut nehmen.) Nicht Friedens-, sondern Wirtschaftssicherung ist das Ziel der Bundeswehr und da Deutschland viele und unterschiedliche Interessen hat, bedarf es einer mobilen Einsatztruppe, die jederzeit, überall und schlagkräftig intervenieren kann.

Nur bedarf es dafür auch entsprechende „freiwillige“. Die Schwarz/Gelbe Landesregierung hat bei ihrem Amtsantritt ein sog. Kooperationsabkommen mit der Bundeswehr schlossen, um ihnen den Zugang an die Schulen zu erleichtern. Obwohl es ein Wahlversprechen von Rot/Grün ist, dieses Abkommen zukündigen, wurde es bisher nicht eingelöst.

Dies ist ein Skandal! Denn während Jugendoffiziere vereinfachten Zugang an Schulen haben und sogar faktisch Unterrichtseinheiten übernehmen. Haben Friedensinitiativen eben keinen solchen Zugang. Dies ist ein eklatanter Verstoß gegen den sog. Beutelsbacher Konsens.

In den 80er Jahren wurden für die politische Bildung Regeln aufgestellt, die insbesondere für Schulen gelten sollten. Dieser Beutelsbacher Konsens beinhaltet:

Ein Überwältigungsverbot. Das bedeutet: Es ist nicht erlaubt, Schülerinnen und Schüler – mit welchen Mitteln auch immer – im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der Gewinnung eines „selbständigen Urteils“ zu hindern.
Und zweitens ein Gebot der Ausgewogenheit bzw. Kontroversität. Das heißt: Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen!

Bundeswehroffiziere, die im Unterricht die Positionen der Bundeswehr vertreten ohne dass in gleichem Maße kontroverse Positionen vertreten und diskutiert werden, dürfte es nach diesem Grundsatz der politischen Bildung nicht geben.

Es gibt sie aber!

Eine Organisation, die völkerrechtswidrige Angriffskriege führt und damit auch gegen das Grundgesetz verstößt, darf keinen Platz an Schulen haben.
Eine Organisation, deren Zweck es ist, mit Waffengewalt Konflikte zu lösen und damit die Streitschlichtungsprinzipien der Schulen kontra kariert, darf keinen Raum in Schulen haben.
Eine Organisation die autoritär, undemokratisch und nach dem Prinzip Befehl und Gehorsam funktioniert, und damit der Selbstbestimmung und Emanzipation des Schülers entgegensteht, hat nichts an der Schule verloren!

Wir sagen: NEIN!

Nein, zur einseitigen Propaganda der Bundeswehr an Schulen. Kein Werben fürs Sterben.
Und deshalb: Raus aus den Schulen!

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