Lesbisch und schwul in allen Kulturen

Der alljährige Christopher Street Day ist natürlich auch wieder nicht um Bielefeld herumgekommen. Unter dem Motto „Liebe ohne Grenzen- Lesbisch und schwul in allen Kulturen“ versammelten sich hunderte Menschen  am Samstag, den 30.06. um 13.00Uhr am Rathausplatz in Bielefeld, wo nach einer Ansprache des Oberbürgermeisters Pit Clausen die Regenbogenflagge gehisst wurde. Auch die Sparrenburg zeigte sich am CSD von ihrer bunten Seite. Nach der Eröffnungszeremonie zog sich dann eine lange, farbenfrohe Parade von der Altstadt bis zum Siegfriedplatz. Über mangelnde Kreativität aller Mitwirkenden konnte man sich wirklich nicht beschweren. Das Straßenfest begann im Anschluss um 15.00Uhr am Siegfriedplatz. Neben diversen themenbezogenen Ständen hatte auch die Linksjugend Bielefeld in Kooperation mit der Partei Die Linke einen Stand mit etlichen Flyern und Stickern zum Thema Homosexualität und der latenten Unterdrückung gleichgeschlechtlich liebender Menschen durch heutige Politik. Dass der Christopher Street Day auch im Jahr 2012 noch nicht an Wichtigkeit eingebüßt hat zeigen Studien, die etwa besagen, dass 25% der Menschen es „ekelhaft“ finden, wenn sich ein homosexuelles Paar in der Öffentlichkeit küsst. Auch Aussagen verschiedener Politiker aus der Vergangenheit, wo Homosexualität z.B. mit Alkoholkrankheit verglichen wurde, lassen aufschrecken. Die katholische Kirche trichtert der Gesellschaft mit ihrer mittelalterlichen Haltung ein verzerrtes Bild von Homosexualität ein… So versucht der CSD nicht nur die Verklemmtheit der Gesellschaft zu diesem Thema zu durchbrechen, sondern nutzt auch die Möglichkeit auf politische Defizite und gesellschaftliche Intoleranz aufmerksam zu machen. Neben der musikalischen Komponente, wurde das Straßenfest auch von inhaltlichen Beiträgen von Vertretern aus unterschiedlichsten politischen oder gesellschaftlichen Spektren begleitet, welche unter anderem auch auf das Problem der viel zu dürftig beachteten Intersexualität hinwiesen. So wünschte sich ein Sprecher, der Thematik der Intersexualität auch in der Homosexuellen-Szene einen Raum zu bieten, damit auch wirklich alle Menschen mitgenommen würden und niemand von der Bewegung ausgeschlossen würde. Es ist schön, dass auch in Bielefeld der Kampf um sexuelle Selbstbestimmung und die allgemeine Autonomie des Individuums weitergeht… Doch es gibt weiterhin noch viel zu tun!

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