Lebensmittelvernichtung verbieten, statt Jugendliche anzeigen

Bezüglich der Anzeige gegen Oberstufenkolleg-Schüler wegen „Containern“ (NW Bericht vom 10.4) meint Onur Ocak stellv. Fraktionsvorsitzender der Linken. „Es mag zwar juristisch Diebstahl sein, wenn Müll entwendet wird. Politisch halten wir ein solches Vorgehen gegen Jugendliche für völlig falsch und fordern den Supermarkt auf die Anzeige zurückzunehmen oder den Jugendlichen die Waren zu schenken, um juristische Sanktionen zu vermeiden.“

Skandalös sei nicht das rechtswidrige Entwenden von Müll, sondern die tägliche tonnenweise Vernichtung von Lebensmitteln der Supermarktketten, so Ocak. Jährlich werden EU-weit 89 Mio. Tonnen Lebensmittel weggeworfen, während gleichzeitig 79 Mio. Bürgerinnen und Bürger unter der Armutsgrenze leben.

„Kriminell sind daher diejenigen, die trotz immer weiter steigender Armut in Bielefeld, ihre Lebensmittel wegschmeißen und nicht mal bereit sind, diese zu spenden. Diese Leute haben jegliche moralische Rechtfertigung verloren, um andere Leute anzuzeigen.“

Jetzt müsse die Politik dafür sorgen, dass ihnen auch die juristische Rechtfertigung entzogen wird. In Beligen (Herstal) hat die Stadtverwaltung den Supermärkten verboten, genießbare Lebensmittel wegzuschmeißen. Sie müssen gespendet werden, ansonsten droht eine empfindliche Geldstrafe. „Statt die Jugendlichen anzuzeigen, die auf ihre Weise gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen, sollten wir in Bielefeld uns ein Beispiel an Herstal nehmen, der systematischen Verschwendung von Essen ein Ende setzen und diese verbieten!“

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