Der Pöbel stürmt die Uni. Das Niveau sinkt. So oder so ähnlich kann man die zahlreichen Äußerungen der Professoren zusammenfassen. Stellvertretend dafür steht Professor Dr. Jürgen Fohrmann (Rektor der Uni Bonn) der sich in einem Zeitungsinterview wie folgt dazu äußerte: „Ich bin entschieden gegen die Mainstream-Meinung. dass immer mehr Leute an Universitäten und Fachhochschulen gebracht werden müssten“ Stattdessen schlägt der gute Herr folgendes vor: „Der richtige Weg ist, klug zu differenzieren, auch Leute mit überwiegend praktischen Begabungen zu identifizieren und zugleich die praktische Begabung als solche anzuerkennen“ Denn wenn immer mehr Leute an die Uni kämen, würde „das wissenschaftliche Niveau“ sinken.
Da scheint sich jemand wirklich sorgen um den guten Ruf seiner Uni zu machen. Möge der Pöbel doch bitte sich auf seine praktischen Fähigkeiten besinnen und sich nicht in die Uni einschreiben, schließlich braucht der Herr ja gutes Hotel- und Restaurant Personal, wenn er sich mal einen Hummer gönnt. Den ganzen Beitrag lesen »
Linksjugend ['solid] NRW unterstützt Anti-Nazi Proteste in Bad Nenndorf.
Der LandessprecherInnenrat der Linksjugend ['solid] NRW ruft seine Mitglieder und SympathisantInnen zur Teilnahme an der antifaschistischen Mobilisierung gegen den drohenden Nazi-Aufmarsch in Bad Nenndorf auf.
Am 6. August planen Neonazis aus dem In- und Ausland einen “Trauermarsch” durch die Stadt, um ihrer Darstellung nach den verstorbenen Inhaftierten des Bad Nenndorfer Militärgefängnis der britischen Armee zu gedenken, welche nach dem 2.Weltkrieg errichtet wurde. Den ganzen Beitrag lesen »
In Bielefeld marschierten in den letzten Monaten die Jugendoffiziere in den Schulen auf. Unbemerkt von der Öffentlichkeit führten sie ungestört ihre Veranstaltungen in der Abend- und Bosserealschule durch. Im Oktober planen sie voraussichtlich sogar an das Carl-Severing- Berufskolleg und das Brackwedergymnasium zu gehen. Erschreckende Aussichten für Bielefeld.
Mit der Abschaffung der Wehrpflicht hat der Druck auf die Bundeswehr zugenommen. Bisher haben sich gerade mal 3400 Jugendliche für den Freiwilligendienst gemeldet. Die Bundeswehr braucht und plant aber mit 15 000 (!) [NW 04. Juli 2011]. Deshalb gehen sie dort hin wo die potenziellen Rekruten sind: an die Schulen.
Sie werben mit Ausbildungsangeboten und „Karriere mit Zukunft“. Wie die Zukunft aussieht, haben zwei unserer Bielefelder Jugendlichen am eigenen Leib erfahren müssen. Sie wurden im Krieg in Afghanistan getötet und genieße ihre Karriere nun einige Meter unter der Erde.
Eine sonnige Woche am See, zahlreiche Workshops, Konzerte, Partys und Filme… alles das erwartet euch auch dieses Jahr wieder beim Sommercamp. Hier erlebt ihr spannende 8 Tage mit tollen Leuten aus der ganzen Welt. Seit 2009 findet das Sommercamp der Linksjugend ['solid] auf der Rabeninsel im idyllischen Saale-Tal bei Jena (Thüringen) statt.
»Sonderkommission 19/2«: Über 150 Verfahren gegen Unterstützer antifaschistischer Blockaden im Februar in Dresden. Druck auf Busunternehmen Dresdens Polizei und Justiz gehen aktuell mit maßlosem Ermittlungseifer gegen antifaschistische Organisationen und Aktivisten vor, die sich im Februar diesen Jahres an den bundesweiten Protesten gegen den neofaschistischen Großaufmarsch in der Elbmetropole beteiligten. Mehr als 20000 Nazigegner hatten damals mittels friedlichen Massenblockaden einen Aufmarsch von etwa 2000 Neofaschisten verhindert, die ursprünglich anläßlich der alliierten Bombenangriffe auf die Stadt im Jahre 1945
aufmarschieren wollten. Den ganzen Beitrag lesen »
Katharina Dahme, 24, ist Mitglied im Bundessprecherrat der Linksjugend solid, was in etwa dem Job der Vorsitzenden entspricht
jetzt.de: Die SPD will ihren Kanzlerkandidaten vom Volk wählen lassen. Kann sie sich mit solchen populistischen Aktionen noch vor der Bedeutungslosigkeit retten?
Katharina: Wozu braucht die SPD überhaupt noch Kanzlerkandidaten? Selbst wenn sie bei den nächsten Wahlen mal wieder mehr als 20 Prozent bekommen sollte, entscheidet unter rot-grünen Regierungen doch eh kein Kanzler, wo es hingeht. Schon unter Schröder haben die großen Banken und Wirtschaftsunternehmen den Kurs vorgegeben – nicht der Bundeskanzler.
Kritische Wissenschaften werden seit Jahren systematisch an den Rand des akademischen Betriebes gedrängt. Statt dessen dominiert an den Unis ein konformistischer Zugang zur Wissenschaft, der auf eine Zementierung der bestehenden Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse abzielt, statt auf ihre Überwindung zu orientieren.
Oder: Ist in der marxistischen Klassen-Theorie ein differenziertes Gesellschaftsbild jenseits einer Zweiklassengesellschaft möglich?
Unsere Gesellschaft ist stark individualisiert, vereinfachende Sozialstrukturanalysen werden entweder als Populismus abgetan oder als überholt betrachtet. Doch viele Sozialwissenschaftler wollen den wissenschaftlichen Wert vermeintlich historischer Analysen und Gesellschaftsmodelle nicht verneinen. Dies gilt auch für die Klassentheorie nach Marx, nach der – soweit zumindest die gängige Meinung – sich die ganze Gesellschaft „mehr und mehr in zwei große feindliche Lager, in zwei große, einander direkt gegenüberstehende Klassen“ (Marx 2003 :10-11) spaltet. Populärer hingegen sind immer noch Gesellschaftsmodelle, die eine dreigeteilte Gesellschaft favorisieren: so wird von Unter-, Mittel und Oberschicht gesprochen. Diese Dreiteilung wird favorisiert, da eine Zweiteilung der Gesellschaft eine Polarisierung bzw. einen Antagonismus zwangsläufig mit sich bringt. In der Milieu-Theorie wird von einer weit größeren Zahl an sozialen Großgruppen ausgegangen. Doch ist vielleicht sogar in der marxistischen Klassentheorie eine differenzierte Gesellschaft jenseits einer Zweiklassengesellschaft möglich? Den ganzen Beitrag lesen »
Am 27.11.2010 versuchte die Neonazikameradschaft „Nationale Sozialisten Amberg“ – unterstützt von rechten Kameradschaften aus ganz Bayern- in Sulzbach-Rosenberg aufzumarschieren. Trotz nur kurzer Mobilisierungszeit versammelten sich mehr als 350 Nazigegner, darunter zahlreiche Stadt- und Kreisräte, um zu zeigen, dass sie braune Propaganda in ihrer Stadt nicht zulassen.
Dank dem entschlossenen und engagierten Protest junger AntifaschistInnen im Bündnis mit couragierten Erwachsenen ist es gelungen, den Neonazis den Weg zu versperren.Trotz mehrfacher Versuche der Polizei, den Neonazis ihre Demonstration zu ermöglichen, blieben die Nazigegner standhaft und konnten so den Aufmarsch verhindern. Irgendwann war es der Polizei anscheinend nicht mehr möglich, die rechten Gewalttäter unter Kontrolle zu behalten und so gelang es den Neonazis, die Polizeikräfte zu überlaufen und Sulzbach-Rosenberg und seine Einwohner zu terrorisieren.
Nun mussten wir leider feststellen, dass die Amberger Staatsanwaltschaft anscheinend nicht gegen die rechten Gewalttäter vorgeht, sondern nach mehr als 4 Monaten jetzt junge AntifaschistInnen mit Strafbefehlen und Hausdurchsuchungen überzieht – aus unserer Sicht ein klarer Einschüchterungsversuch. Es ist nicht das erste Mal, dass wir den Eindruck haben, die Amberger Polizei und die Staatsanwaltschaft würden (nur) antifaschistischen Protest kriminalisieren.
So wurde sowohl 2008 als auch 2010 gegen die Versammlungsleitung von gewerkschaftlichen, antifaschistischen Demonstrationen ermittelt. Die Verfahren mussten nach engagierter rechtlicher Vertretung seitens ver.di eingestellt werden.
Wir erklären ausdrücklich unsere Solidarität mit allen Antifaschistinnen und Antifaschisten, die auf Grund ihres Engagements gegen Rechts nun Ermittlungsverfahren ausgesetzt sind und rufen alle Menschen – egal ob jung oder alt – auf, ihre Unterstützung zu zeigen